Wie Wasser möcht ich sein

Bild von Nicole C. Bernhauser

Nicole C. Bernhauser

Am Granitzenbach muss etwas Besonderes sein. Da tun sich Welten auf, jedes Mal, wenn ich dort entlangspazier. Es hat einen guten Grund, warum der Bach ein Naturdenkmal ist. Heut hat er mir diese Geschichte erzählt:

Wasser ist stark. Es formt die Steine im Bachbett. Es gräbt sich durch Felsen und Böden. Es trägt aber auch Lasten wie Holzstämme und Schiffe. Und manchmal nimmt es sogar Steine und Geröll einfach so mit auf seinen Weg und legt sie wo anders wieder ab.

Wasser ist weich. Halte ich die Hand ins Wasser, fühlt sich das weich und geschmeidig an.

Wasser ist unantastbar. Ich kann es nur in der hohlen Hand auffangen. Und selbst dort rinnt es davon. Angreifen kann ich es schon, aber nicht festhalten.

Wasser ist hart. Falle ich vom Sprungturm wie ein Brett auf die Wasseroberfläche, macht das einen lauten Klatscher. Da kann schon das eine oder andere in mir zu Schaden kommen. Und auf jeden Fall brennt die Haut wie Feuer vom Bauchfleck.

Wasser ist beweglich. Es schlängelt sich seinen Weg durch die Welt. Kommt es zu einem unüberwindlichen Hindernis, rinnt es einfach daran vorbei. Gibt es keinen Weg vorbei, wartet es vor dem Hindernis so lange, bis es hoch genug gewachsen ist, um über das Hindernis hinwegzurinnen.

Wasser gibt nicht auf. Gibt es oben keinen Weg, findet es vielleicht unter der Erde ein Fortkommen. Ist es dem Wasser irgendwo zu heiß, verdampft es kurz mal und sammelt sich an andrer, kühlerer Stelle wieder in Tropfenform. Ist es zu kalt, friert es ein und wartet auf wärmere Zeiten.

Wasser ist Leben. Ein Schluck gutes steirisches Trinkwasser gibt mir Kraft und Energie, in meinem Leben fortzuschreiten oder innezuhalten. Im Wasser im Bauch unserer Mutter sind wir geschützt. Wir bestehen zum Großteil aus Wasser.

Wasser ist Energie. Es treibt Wasserräder und Turbinen an, die damit für unser Leben Wichtiges erzeugen. Werden seine Wege eng, wird es schneller. Hat es wieder mehr Platz, breitet es sich aus. Es rastet sich aus und wird scheinbar langsamer und ruhiger. Aber es hat auf dem Weg viel Energie geladen, die es gut versteckt hält.

Wasser lässt sich nicht mit jedem ein. Wird Wasser mit Schmutz vermischt, macht das dem Wasser gar nichts. Es wartet einfach ab, bis der Schmutz zu Boden sinkt und schon ist das Wasser wieder klar. Mit Öl mag es sich auch nicht verbinden. Da kannst du schütteln und rütteln, das Wasser ist stärker. Aus der trüben Emulsion wird mit der Zeit wieder eine Schicht Öl und klares Wasser. An dieser Eigenschaft muss ich noch arbeiten: schlechte Gedanken wie Schmutz und Sand absinken zu lassen und klaren Geistes weiter meinen Weg zu gehen.

Wasser ist fröhlich. Es plätschert über große und kleine Steine. Manchmal springt es über die Steine hinunter und spritzt, dass es nur so eine Freud ist. An manchen Stellen hör ich es gurgeln und glucksen.

Wasser ist wie ein Berggipfel. Steh ich am Ufer eines großen Wassers und schau in die Ferne, ist das Entspannung und Abschalten pur. Steh ich auf einem Berggipfel und schau ich dort in die Ferne, ist auch das Entspannung und Abschalten pur.

Nur wenn das Wasser sich nicht mehr bewegt und herumsteht, wird es faul und stinkig.

Nicole Bernhauser, Inhaber der Schreibstube Bernhauser

So bin ich

Schön schreiben ist mir in der Schule nicht so gut gelungen. Heute nehm ich gern eine Feder und schreib ein paar Zeilen für liebe Freund*innen.

Einen Brief, auf dem meine Anschrift mit der Hand geschrieben steht, mach ich immer als Erstes auf. Das spricht mich einfach mehr an.

Ich kann nichts dafür, aber die Tippfehler in Texten, Speisekarten und auf Plakaten springen mich gleich so an.

Und ich schreib selber gern Geschichten. Mit einfachen, aber starken Sätzen, die du schon beim ersten Lesen sofort verstehst. Mit Worten Bilder malen, ja, das ist mein Hobby.

Gelernt hab ich Touristikkauffrau in Kleßheim. Werbung zu machen, war mein täglich Brot in Tourismusverbänden und Hotels.
Das Familienmanagement mit 3 Kindern, Mann und 2 Katzen hat mich viele Jahre ausgelastet. 

Jetzt bin ich wieder dran. Ich nehme mir Zeit für das, was mir Freude bereitet. Das ist einerseits, mit kinesiologischen Methoden Menschen zu unterstützen. Und andrerseits meine Vorliebe für Buchstaben, Wörter, Worte und was du damit alles bewirken kannst. Das lebe ich in meiner Schreibstube aus.

Mehr von mir gibt´s in Judenburger Schaufenstern, in Magazinen und im Impuls-Magazin des ÖBK zu lesen.

 Nicole C. Bernhauser

Mehr Beiträge für dich

Ein Weg im Gebirge
Morlas Geschichten

Der wahre Weg

Ein Schüler fragte seinen Lehrer: „Was ist der wahre Weg?“ Der Meister erwiderte: „Der alltägliche Weg ist der wahre Weg.“ Wiederum fragte der Schüler: „Kann

Weiterlesen »
Elisabeth am Golfplatz - ein Bild aus aktiven Tagen, bevor sie ihre Reise ins nächste Leben angetreten hat
Morlas Geschichten

Sie ist weg

Großes oder kleines Gepäck? Bei manchen Reisen ist das nicht der springende Punkt. Wie aus einem leisen Abschied etwas ganz Lautes werden kann. es bahnt

Weiterlesen »
Morlas Geschichten

Gelb erobert die Welt

Warum die Farben explodierten und eine gelbe Kugel am Judenburger Sternenturm ein neues Zuhause fand. Einst lebten die Farben miteinander in einer Welt voller Respekt

Weiterlesen »
Glasmanufaktur Kaiserhof in Neuberg
Morlas Geschichten

Neuberg und die Gläserne Kunst

Zwischen dem Mürztal und Mariazell, im Nordosten der Steiermark, liegt ein Kleinod an Kunst und Kultur. Das Münster Neuberg beherbergt eine riesige Kirche im gotischen

Weiterlesen »
Ein Konzept loslassen macht stark
Morlas Geschichten

Konzept

Neulich, in einem Vortrag, hat mich ein Satz aufgerüttelt: „Konzepte zu zerstören baut Probleme ab.“ Na bumm. So einfach ist das. Welche Vor- und Nachteile

Weiterlesen »
Chillaxen - Ich bin eben so und das ist gut so
Morlas Geschichten

Ich bin eben so

Ich bin eben so Sei nicht so, tu das nicht, mach das anders. Du immer mit deinem …. Das gehört sich nicht. Was sollen da

Weiterlesen »