Nicole C. Bernhauser

Nicole C. Bernhauser

In Judenburg, wo ich vor mehr als 50 Jahren aufgewachsen bin, da waren wir Kinder reich. Auch wenn wir nicht viel Geld hatten.

Wollten wir Freunde treffen, verabredeten wir uns schon am Heimweg von der Schule für den Nachmittag. Oder wir läuteten einfach bei der Haustür an. Der Spielplatz in der Siedlung war ein beliebter Treffpunkt für alle. Irgendjemand war immer dort. Für frische Erdbeeren sorgten die verlassenen Schrebergärten in der Siedlung. Also, ich hab niiiie „betreute“ Erdbeeren gestibitzt.

Zu Ostern ging es heiß her. Die Vorbereitung fürs Osterfeuer dauerte Tage und dann hieß es Wache schieben. Denn in der Nachbarschaft gab es mehrere Cliquen, die unser Feuer gerne vor dem Karsamstag abgeheizt hätten. Einmal ist das sogar gelungen. Dann halfen alle, auch die Großen, mit und wir bauten einen, etwas kleineren, Reisighaufen wieder auf. Jack brachte von der Ostermesse das gesegnete Feuer und los ging´s mit dem Osterfeuer und der Party rundherum.

Mit dem rostfarbenen Klapprad meiner Mutter düste ich durch die Gegend und wir spielten „Klingelscheiben“ auf der Straße. Erst mit 12 konnte ich mir von meinem Taschengeld ein neues Rad kaufen, ein silbernes Puch Clubman, ein großes, beim Fahrradhändler Fritz in der Burggasse. Übriggeblieben ist leider nur mehr das hellblaue Fahrradschloss. Mit 16 leistete ich mir ein rotes Puch Maxi Mofa, auch vom Fritz. Es hat mich sogar bis zum Längsee und wieder zurück gebracht.

Bekam ich ein Buch geschenkt, konnte ich gar nicht erwarten, es zu lesen. Habt ihr auch heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen?

Sogar in die Kirche ging ich freiwillig, weil meine Freundin auch dorthin ging. Wir waren eine nette kleine Runde und hatten auch Spaß dabei, als sich einmal unsere Kerzen durch die Wärme unserer Hände nach unten bogen wie ein U-Hackerl.

Später dann versorgte ich mich kulturell mit einem Kinoabo beim Stadtkino im heutigen Veranstaltungszentrum und mit den Jeunessekonzerten ebendort. Musikkassetten und Schallplatten gab´s in der Herrengasse beim Musikhaus Eltner. Und der Buchhändler in der Burggasse wurde bald ein lieber Freund, der oft wusste, welches Buch mir gefallen könnte.

Heute sind wir an der Reihe, unseren Kindern und Enkelkindern diesen Reichtum zurückzugeben. Damit meine ich das, was wirklich reich macht, reich an Erfahrungen, reich an Freude.

Es soll knistern vor Spannung, die nicht aus der Steckdose kommt, sondern aus dem echten Leben.
Es soll leicht sein, weil schwer wird es eh von selbst.
Es soll zum Entdecken und Selbermachen anregen.
Es sollen Verbindungen entstehen, die greifbar und spürbar sind, in denen die Kinder lachen und streiten können. Verbindungen, die Halt geben und die halten bis über die Jugend hinaus.

Und …. es soll so vielfältig sein, wie wir Menschen aus allen Kulturen sind.

Da möcht ich auch gern wieder Kind sein in Judenburg!

So bin ich

Schön schreiben ist mir in der Schule nicht so gut gelungen. Heute nehm ich gern eine Feder und schreib ein paar Zeilen für liebe Freund*innen.

Einen Brief, auf dem meine Anschrift mit der Hand geschrieben steht, mach ich immer als Erstes auf. Das spricht mich einfach mehr an.

Ich kann nichts dafür, aber die Tippfehler in Texten, Speisekarten und auf Plakaten springen mich gleich so an.

Und ich schreib selber gern Geschichten. Mit einfachen, aber starken Sätzen, die du schon beim ersten Lesen sofort verstehst. Mit Worten Bilder malen, ja, das ist mein Hobby.

Gelernt hab ich Touristikkauffrau in Kleßheim. Werbung zu machen, war mein täglich Brot in Tourismusverbänden und Hotels.
Das Familienmanagement mit 3 Kindern, Mann und 2 Katzen hat mich viele Jahre ausgelastet. 

Jetzt bin ich wieder dran. Ich nehme mir Zeit für das, was mir Freude bereitet. Das ist einerseits, mit kinesiologischen Methoden Menschen zu unterstützen. Und andrerseits meine Vorliebe für Buchstaben, Wörter, Worte und was du damit alles bewirken kannst. Das lebe ich in meiner Schreibstube aus.

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