Jänner 2026. Das Auto sagt minus 13 Grad. Eisig kalt. Zu den Gasteiner Perchten bin ich unterwegs. Da kommt mir ein Wunder der Natur unter. In letzter Zeit ist´s öfter anders, als ich denke.
Ich folge dem Weg. Unter meinen Schuhen knirscht der Schnee. Klirrend kalt ist die Luft, glasklar und frisch. Wenige sind auch dort unterwegs. Sehen sie auch, was ich seh? Können sie es auch fühlen?
Drei Schwäne ziehen am Himmel ihre Runden und suchen einen Platz zum Landen und Ankommen. Ihr Rauschen und Rufen ist weithin zu hören. Ich bleib stehen und beobachte sie, eine Runde nach der anderen drehen sie über mir. Die Luft über dem See vibriert vor Kälte.
Vor mir der ausgetretene Weg. Eine sanfte Brise löst Kristalle aus den Bäumen und lässt sie sanft zu Boden sinken. Nach der nächsten Biegung tun sich neue Wege auf, manche versteckt hinter Schneebäumen. Neue Formen zeigen sich, jede für sich besonders. Das kann sich nur die Natur ausdenken!
Die Vielfalt macht Mut. Ich freu mich über diesen Weg, ich bleib unterwegs. Andere kommen mir entgegen. In ihre Gesichter ist Bewunderung geschrieben für die winterliche Meisterlaune der Natur. Ein unhörbares Lächeln liegt in der Luft. Wie ein Geheimnis, das noch ein bisschen wartet, bis es sich entdecken lassen will. Von den Neugierigen, die sich in die Winterwelt vorwagen.
Unter eine glitzernden Decke aus Schnee und Eis duckt sich still der See. Ein paar Fenster zur Welt hat er offengelassen, wie Augen, die in den Himmel hinaufschauen. Eines davon haben sich jetzt die drei Schwäne für ihre Landung ausgesucht. Von dort beobachten sie gespannt das Geschehen am Ufer.
Glöckchen klingen hell von der Straße herüber. Zwei Braune stampfen behäbig vor ihrem Fuhrwerk her. Sie bringen noch ein paar Wintersuchende ans untere Ufer des Sees. Ihr Schnauben mischt sich mit dem Geschnatter der Kutschengäste.
Schwer beladen biegen sich die Äste rund um mich unter dem Schnee und dem Eis. Ein Schauspiel, ein Winterwunder, das nicht mehr lange halten wird. Die Sonnenstrahlen werden immer frecher und zupfen schon keck an den Eisgebilden und Schneemützen.
Ich schließe den Kreis, bin wieder am Beginn meines Weges. Versonnen genieß ich noch einmal den Ausblick über diese Landschaft, wie aus dem Bilderbuch.
Unter dem Steg beim Wirtshaus stehen zwei Fischlein im klaren Wasser, wohl wissend, dass sie heute dort in Sicherheit sind.
Danke, lieber Winter, für diese Glücksmomente, unverhofft, aber mit bleibendem Eindruck.
Und morgen geht´s zu den Gasteiner Perchten. Darum bin ich ja hier, eigentlich.





